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L’Estaque: Zuviel Chichi?

  • alisalomon
  • 9. Jan. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Kennst du L’Estaque? Nein, nicht wirklich? Das wundert mich nicht. Es ist jetzt auch nicht unbedingt das, was man einen Touristenmagneten nennt. Auch wenn es am Mittelmeer liegt, hat es nicht den gleichen Schick und die Eleganz wie andere pittoreske Dörfer und Kleinstädte an der südfranzösischen Küste, sondern wirkt eher wie ein Arbeiterviertel. L’Estaque ist aber trotzdem einen Besuch wert – und ich sage dir auch, warum.

Der Hafen von L'Estaque
Der Hafen von L'Estaque

L’Estaque – früher mal ein Fischerdorf – ist heute ein Stadtteil am äußeren Rand von Marseille. Im 19. Jahrhundert kamen viele Künstler und Schriftsteller hierher, weil das Licht und die Landschaft etwas Magisches hatten. Einer der bekanntesten, Marcel Pagnol, war hier oft unterwegs. Er hat diese Ecke geliebt und immer wieder in seinen Geschichten aufgegriffen. Seine Filme und Bücher, wie Marius oder La Femme du Boulanger, bringen genau dieses Lebensgefühl rüber: entspannt, authentisch, ein bisschen nostalgisch.


Auch Maler wie Cézanne haben hier gearbeitet. Cézanne war total fasziniert von der Landschaft und dem Licht. Viele seiner berühmten Studien zu Farbe und Perspektive sind hier entstanden. Der Ort hat sich mit der Zeit natürlich verändert, und der großstädtische Einfluss von Marseille ist deutlich spürbar. Aber trotz allem konnte L’Estaque seinen Dorfcharakter bewahren.


Anders als bei den Touristen ist der Ort heute bei den Einheimischen in der Region rund um Marseille sehr beliebt – und zwar nicht wegen seiner Geschichte, sondern vor allem wegen einer kleinen Leckerei: den Chichis. Und die sind auch der Grund, warum man unbedingt mal einen Abstecher nach L’Estaque machen sollte, wenn man schon in Marseille ist.

Ein Chichi
Ein Chichi

Die Geschichte der Chichis in L’Estaque reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Damals wurden sie von Arbeitern in den örtlichen Fabriken populär gemacht, die sie während ihrer Pausen genossen. Auch wenn sie ähnlich aussehen, unterscheiden sich Chichis von den spanischen Churros. Sie sind dicker, etwa 20 cm lang, und haben eine luftige, leichte Textur. Die Zubereitung erfolgt aus einer Mischung von Weizen- und Kichererbsenmehl, die mit mit Orangenblütenwasser verfeinert und in heißem Öl frittiert wird.


Besonders schön ist es, sich bei Sonnenschein eine Tüte Chichis an einem der kleinen Stände an der Promenade zu holen und sich dann ans Wasser oder an den Hafen zu setzen. Als salzige Alternative gibt es übrigens auch die sogenannten Panisses – eine weitere Spezialität aus Kichererbsenmehl.


L’Estaque ist also etwas für diejenigen, die das Authentische in Südfrankreich erleben wollen und gerne mal naschen. Hier trifft man keine überlaufenen Touristenstraßen, sondern echtes Leben und bodenständigen Charme. Und für die Chichis lohnt sich ein Besuch allemal – die schmecken nämlich wirklich herrlich.



 
 
 

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